Der STAR

Unser STAR 266

Bei unserem Expeditionsmobil handelt es sich um einen STAR 266, Baujahr 1981, der polnischen Marke "Fabryka Samochodów Ciężarowych w Starachowicach" bzw. "STAR Trucks". 
Er wurde beim polnischen Militär als ABC-Fahrzeug eingesetzt und war im Koffer mit einer kompletten Labor-Ausrüstung ausgestattet. Hierzu gehörten rundherum Edelstahl-Arbeitsplatten, ein Abzug, ein Kühlschrank, ein Trockenschrank, Abluft-Ventilatoren, ein Waschbecken mit Frisch- und Abwassertank, eine Standheizung und diverse Steckdosen, Beleuchtung usw...
Der LKW besitzt drei Achsen. Die beiden hinteren sind immer angetrieben und die vordere Achse kann im Bedarfsfall noch zugeschaltet werden. Außerdem kann noch eine Untersetzung und Differenzialsperre separat zugeschaltet werden. 
Glücklicherweise war der STAR als wir ihn gekauft haben, schon in Deutschland zugelassen und besaß bereits eine Oldtimerzulassung. Vor Einfuhr nach Deutschland wurde er in Polen noch technisch instand gesetzt und grau lackiert.
Als Basisfahrzeug für einen Umbau zum Offroad Camper also optimal. 
Für technisch Interessierte sind hier noch ein paar technische Daten:
- Erstzulassung 1981
- 6 Zylinder Diesel Reihenmotor mit 6,8 Liter Hubraum und 110 KW (150 PS)
- Leergewicht: 8420 kg (mit unserem Ausbau und Moped sind wir so bei ca. 9 t)
- Zulässiges Gesamtgewicht: 10850 kg (eigentlich wohl 12350 und 10850 im Gelände, aber im Schein stehen die 10850 und somit sind diese bindend)
- Sitzplätze: 2
- Länge: 6,808 m
- Breite: 2,445 m
- Höhe: 3,230 m
- Wattiefe: 1,20 m
- Bodenfreiheit 0,325 m
- Wendekreis 18 m
- maximale Steigung: 76 % und 41 % im Gelände
- Tankinhalt: 2 x 150 Liter
- Verbrauch: ca. 25 Liter
- Reichweite: ca. 1000 - 1200 km   
- Höchstgeschwindigkeit: ca. 90 km/h
- Reisegeschwindigkeit: eher 70 - 80 km/h (auf der Autobahn)

Spielen im Offroad-Park

Der graue Riese ist unser erstes Fahrzeug in solch einer Größenordnung, also mussten wir diesen erst einmal etwas testen und ausgiebig damit spielen. Hierzu sind wir in den Offroad-Park im Knüllwald gefahren. Da er ursprünglich fürs Militär gedacht war, ist der STAR allerdings ein Offroad Monster und musste sich für die meisten Berge und Hügel nicht einmal anstrengen. An einer Stelle hatten wir zu wenig Schwung und kamen den Berg nicht hoch. Das war die perfekte Gelegenheit, die Untersetzung einmal zu testen. Nachdem diese zugeschaltet war, gab es kein Problem mehr. Zudem kann auch noch die Differenzialsperre separat zugeschaltet werden.
Eine kleine Schwierigkeit stellt es dar, dass in der Fahrerkabine alles auf Polnisch beschriftet ist. Einige freundliche russische Fahrer, die sich mit solchen Fahrzeugen auskennen und ein wenig übersetzen konnten, haben uns dann die ganzen Knöpfe mal ein wenig genauer erklärt.

Steven in seinem großen Spielzeug

Die Breite, von dem Hügel, passte gerade so 

Steven hat Spaß

Für ein Offroad Fahrzeug gehört es sich natürlich, dass die Radaufhängung gut beweglich ist.

Mal schauen wie tief das Wasser ist.

Mhm ja erstmal nicht so tief

Es wird schon besser

So, das war die tiefste Stelle, aber mit einer Wattiefe von 1,20 m nicht der Rede wert

Panzerstrecke war auch kein Problem. Gerade einmal die Reifen sind dreckig

Panzerstrecke

Inhalte von Youtube werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf “Zustimmen & anzeigen”, um zuzustimmen, dass die erforderlichen Daten an Youtube weitergeleitet werden, und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in unserer Datenschutz. Du kannst deine Zustimmung jederzeit widerrufen. Gehe dazu einfach in deine eigenen Cookie-Einstellungen.

Zustimmen & anzeigen

Entkernen

Erstmal alles raus...

Innenausbau

Beim Innenausbau haben wir versucht, den ursprünglich Stil der Einrichtung beizubehalten. Wir haben die oberen Klappen und den kleinen Unterschrank hinten drin gelassen und die neuen Schränke an dieses Design angepasst. Während des Baus der Schränke haben wir diesen Plan allerdings ein wenig verflucht, da alle Kanten und Türen mit Alu-Profilen versehen sind, welche wir möglichst passgenau auf Gehrung schneiden mussten (ist nicht immer geglückt ;-)). Das war definitiv zeitintensiver als gedacht. 
In der Küche haben wir ein neues Waschbecken und einen Wasserhahn verbaut, sowie den Frischwassertank gereinigt und mit einem lebensmittelechten Kunstharz von Innen beschichtet.  

Auf der anderen Seite haben wir einen geräumigen Kühlschrank mit kleinem Eisfach. Da wir keine Lust hatten, eine Gasanlage für die Versorgung zu installieren, kochen wir mit einem Benzin- und einem Gaskartuschen-Kocher, zudem haben wir noch einen kleinen Holzkohle-Grill und nen Dutch-Oven fürs Lagerfeuer dabei. Heizen können wir mit einer Diesel-Standheizung. 

Der Schlaf- und Wohnbereich ist von der Küche mit einer Trennwand mit Schiebetür getrennt. Als Schlaf- und Sitzgelegenheit haben wir Michelles altes Schlafsofa genutzt. Dieses passt perfekt auf die rechte Seite und hat eine Liegefläche von 1,40 m x 2,00 m. Tagsüber kann diese zusammengeklappt und zum Sitzen und Entspannen genutzt werden. Die Bettwäsche verschwindet im Bettkasten. Unterhalb des Sofas war noch Platz für ein paar Schubladen. 

Für die großen und kleinen Geschäfte haben wir in einem kleinen abgetrennten Raum eine Trockentrenntoilette verbaut. Mit dieser Entscheidung sind wir sehr zufrieden. Durch das Trockengranulat und die Lüftung kommt es zu keinerlei Geruchsbelästigung und eine zusätzliche Wasserversorgung wird nicht benötigt. 
Die Türen und Fenster haben wir noch mit Fliegengittern versehen. Falls die kleinen Biester dennoch reinkommen sollten (Michelle darf natürlich rein;-)), haben wir aber auch noch ein Moskitonetz für das Bett dabei. 

Weiterhin haben wir die Elektrik erneuert. Der alte Schaltkasten wurde entfernt und gegen einen Hybrid-Wechselrichter ersetzt. Dieser hat den Vorteil, dass nur ein Gerät für das Laden der Batterie - entweder über die beiden verbauten PV-Module, oder über eine Steckdose - und die Versorgung mit 230 Volt benötigt wird. Wenn mal keine Sonne scheint, haben wir für die Stromversorgung 2 Batterien installiert. Einen 100 Ah LiFePO4-Akku und eine 200 Ah AGM-Batterie (jaaaa diese beiden Typen kann man wunderbar parallel schalten, auch wenn die ganzen Spezialisten sagen, dass das doll böse ist...). Sollte die Sonne zum Laden mal nicht ausreichen und keine Steckdose in Sicht sein, haben wir noch ein kleines Benzin-betriebenes Stromaggregat an Bord. Außerdem haben wir die polnischen Steckdosen gegen deutsche ersetzt und die Leuchtstoffröhren gegen LED Leuchten ausgetauscht.

Zunächst haben wir die Dämmung erneuert

Einbau des neuen Waschbeckens

Nervige Schränke...

Soooo...das hat jetzt NUR 2 Tage gedauert...

Die linke Seite ist fertig

Und die rechte auch

Der Schrank ganz rechts ist das Original

Ganz schön viel Platz im Schrank...

Die Schubladen unterm Bett sind perfekt für Werkzeug und Ersatzteile, da man diese komplett entnehmen kann

Passt wie Sau

Die Klappen sind auch original

Das "Badezimmer" haben wir an das ausgezogenen Bett angepasst

Badezimmer...also fast...

Elektrik und so

Weiterer Stauraum an der Front

Tisch

Für die Unterhaltung

Zur Stromversorgung haben wir 2 PV-Module auf den Dachluken

Umbauten außen

Auch außen am Fahrzeug gab es einiges zu tun. 
Zunächst einmal organisierten wir für die Eingänge vernünftige Leitern und haben hierfür passende Aufnahmen gebastelt. 
Falls wir doch einmal im feinen Sand stecken bleiben sollten, sind an der Beifahrerseite 2 Sandbleche verschraubt, welche zum Tisch umgeklappt werden können. 
Um ein wenig Schutz vor der Sonne und vor Regen zu haben, wurde an dieser Seite noch eine Markise verbaut, welche noch zum Vorzelt erweitert werden kann. Diese haben wir sehr günstig gebraucht bekommen. Wahrscheinlich werden wir das Vorzelt aus Platzgründen aber nicht mitnehmen. 
Damit wir nicht immer so doll stinken müssen, haben wir auf dem Dach eine Außendusche installiert. Die Wassertanks hierfür sind aus normalen Kunststoffrohren zusammengesteckt uns verklebt. Hierdurch haben wir etwa 140 Liter Frischwasser zusätzlich an Bord. Zusammen mit dem Tank in der Küche haben wir somit 190 Liter dabei. Um dieses frisch zu halten, nutzten wir Silbernetze. Angeblich soll das Wasser so bis zu 6 Monate frisch bleiben. 
In einem Kasten an der Front des Aufbaus befand sich eine alte Standheizung, welche wir durch eine moderne austauschten. 
Da wir hin und wieder auch einmal Städte besuchen wollen, haben wir uns dazu entschieden auch noch ein Moped mitzunehmen. Hiermit ist man ein wenig flexibler und ist nicht ganz aufgeschmissen, falls der STAR doch einmal eine Panne mitten in der Wildnis haben sollte. Nach ein wenig hin und her ist die Wahl auf eine Yamaha TW 125 gefallen. Diese ist sowohl für die Straße als auch fürs Gelände geeignet und 2 Personen finden bequem Platz auf dem Sitz. Dabei ist diese aber noch so leicht, dass man sie mit einer Auffahrrampe von Hand auf den Träger bekommt. 
Zuletzt haben wir noch Halterungen für ein wenig Zubehör außen angebracht. Hierzu gehören eine Leiter um bequem aufs Dach und an die Wassertanks zu kommen, sowie Schaufeln und Besen usw. 

Neue Leiter

Aufnahme für Leiter an der Tür

Noch ne neue Leiter

Verbauen von Schließzylindern, für die Sicherheit 

Die Markise haben wir sehr günstig gebraucht bekommen

Das Vorzelt werden wir wahrschlich nicht mitnehmen, da es sehr viel Platz einnimmt. War halt mit dabei

Die Installation des Moped-Trägers war ein wenig aufwendiger. Die Aufnahme haben wir aus Vierkantrohren zusammengeschweißt und am Ramen befestigt.

Auch diesen gab es gebraucht recht günstig 

Brüderchen schweißt 

Die zusammengeschweißte Aufnahme haben wir im Nachhinein noch verzinken lassen und lackiert

fertsch

Ob wir das Bild wohl verwenden dürfen...

Alte Heizung...

...und neue Heizung

Den Schornstein und die Warmluftleitung können wir weiter nutzen

Wassertank 1 für Außendusche

Wassertank 2 für Außendusche

Fahrerkabine

Wir haben lange überlegt, ob wir in der Fahrerkabine überhaupt etwas ändern möchten, da wir den ursprünglichen Stil nicht zerstören wollten. Wir sind dann aber zu der Entscheidung gekommen, dass wir uns bei der Fahrt doch ganz gerne mal unterhalten möchten, was aufgrund des Kraches so nicht möglich war. Also haben wir dann entschlossen, alles mit Alubutyl und Armaflex zu dämmen. Da so offene Dämmung echt nicht gut aussieht, haben wir die Stellen dann noch mit Stoff verkleidet. Hierfür haben wir ein Kunstleder ausgewählt, das ein bisschen danach aussieht, als ob es schon etwas älter wäre und von der Farbe her zum grauen Fahrzeug passt. In dem Zuge haben wir noch ein paar Ablagen gebastelt und ein Autoradio eingebaut. Beim Umbau war es wichtig, dass man die Klappe vom Motor noch weiterhin ohne große Mühen öffnen kann. 
Außerdem haben wir noch die alten Sitze gegen neue mit Sicherheitsgurten und Kopfstützen ausgetauscht.